South by Southwest (SXSW) 2018 – Teil 2

„Ich bin verantwortlich für die Vermarktung der Agenturgruppe. Das heißt Marketing & Sales, PR, Event-Kooperationen und CRM. Im Grunde arbeite ich daran, dass die Marke fischerAppelt gesehen und mit den richtigen Themen assoziiert wird.“ Benjamin Werner, FischerAppelt

Was treibt dich auf das South by Southwest Festival (SXSW)?

Ich bin das zweite Jahr in Folge mit fischerAppelt hier. Das Ziel dieser Reise ist es, Inspiration und neue Themen für unsere Kunden mitzubringen. In diesem Jahr haben wir aber auch eigene Kunden mit nach Austin gebracht.

Wie habt ihr die Entscheidung getroffen, dass es Sinn macht hier zu sein?

Die Entscheidung ist aus der Community heraus entstanden. Irgendwann wird so ein Event, wie das hier in Austin, zu relevant und zu wichtig, als dass man da fehlen darf. Bei uns sind es die Leute aus unserer Digitalagentur gewesen, die die SXSW zuerst auf dem Schirm hatten. Die waren schon vor zehn, zwölf Jahren dabei. Da war das noch total exotisch. Was machen die denn da in Austin? Nun ist es für die ganze Agenturgruppe viel relevanter geworden.

Wie nimmst du die SXSW wahr?

In meiner Bubble gibt es ganz viele positive Stimmen, die die Technologie, die Kreativität und den Melting Pot hier hochjubeln. Das finde ich persönlich total faszinierend. Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gefühl, dass sich vieles wiederholt. Ich bin das zweite Mal hier und es hat sich nicht viel verändert. Es gibt immer mal so eine große Welle. Dann wird viel über künstliche Intelligenz gesprochen, aber das war auch im letzten Jahr schon so. Faszinierend ist hier in Austin, dass man auf so unterschiedliche Leute treffen kann. Man muss sich nur zwingen, auch mal die deutsche Community zu verlassen. Wenn man hier anfängt am Straßenrand Gespräche zu führen, gibt es eine richtig befruchtende Kultur des Austausches, die eigentlich am interessantesten ist.

Können wir in Deutschland noch etwas von der SXSW lernen?

Auf jeden Fall in Sachen Stimmung und Transparenz. Die Offenheit von den Leuten auch untereinander ist toll. Die Konferenzplattformen, die wir in Deutschland haben, können sich viel in Richtung Programm-Management abgucken. Es wäre auch auch wichtig gesellschaftliche Themen und Kreativthemen viel stärker mit einfließen zu lassen. Die South by hat ja auch eine Entwicklung durchgemacht hin zu einem Gesellschaftsfestival – und so nehme ich es auch wahr. Überall, wo ich lande, spielt Politik eine große Rolle. Alles hat immer eine politische Komponente. Ich nehme das wahrscheinlich auch stärker wahr, weil ich mich sehr für Politik interessiere.

Wie möchte sich fischerAppelt hier positionieren?

Allen voran natürlich als Agentur oder als Unternehmen, das sich mit Technologie- und Kreativitätstrends intensiv auseinandersetzt. Es geht da gar nicht so um Marken- oder Produktpositionierung, sondern einfach darum hier zu sein, weil das unsere Kunden betrifft. Es ist aus meiner Sicht immer noch der Ort, wo man ganz komprimiert den besten Überblick zu dem bekommt, was da draußen passiert. Natürlich ein bisschen US-amerikanisch zentriert, aber auch sehr stark mit Blick darauf, was z. B. in Asien passiert.

Wie arbeitet es sich denn so bei fischerAppelt?

Gut, sehr gut. Es ist ein inhabergeführtes Unternehmen. Der Chef ist mit vor Ort – spontan noch hier hergeflogen. Wir haben kurze Entscheidungswege und viel Spielraum, eigene Projekte zu verwirklichen. Die SXSW ist ein gutes Beipsiel dafür. Es wird der Spielraum gegeben, um zu sagen “Ok, jetzt gehen wir mit einer Delegation und unseren Kunden dahin und sprechen über unsere Themen auf der SXSW “. Das macht Spaß.

Was hält dich bereits acht Jahre bei fischerAppelt?

Ich kann Unternehmer im Unternehmen sein. Das ist spannend und vor allem gefällt es mir, dass diese Agentur nie stillsteht. Ich habe seit meinem Start in gefühlt drei Unternehmen gearbeitet. Auch in unterschiedlichen Rollen natürlich.

Wenn du fischerAppelt mit drei Eigenschaften zusammenfassen müsstest, welche wären das?

Es ist erst mal sehr familiär. Das liegt nicht nur daran, dass die Agentur inhabergeführt ist, also operativ von zwei Leuten geführt wird, die Fischer-Appelt heißen. Bei uns gibt es wenig Konkurrenzdenken und man hat das Gefühl, dass man auch über alle Standortgrenzen hinweg an einem Strang zieht. Unser Team ist darüber hinaus sehr divers. Vom niedersächsischen Content-Strategen über den ukrainischen Designer bis hin zum mexikanischen Werber. Es ist irgendwie alles mit dabei und das macht uns auch als Agentur aus.