Rückblick – HR BarCamp Digital

Am 10. Juli fand unser HR BarCamp Digital statt. Genau wie bei unseren vergangenen HR BarCamps in der analogen Welt, trafen sich Menschen aus HR- und Personalabteilungen, Führungskräfte und Teamverantwortliche. Während der letzten Monate sind vor allem die unternehmensrelevanten (zwischen-) menschlichen Themen besonders sicht- und greifbar geworden. Umso gespannter waren wir darauf, die Perspektiven unterschiedlicher Branchen, Mindsets und Unternehmensgrößen zusammenzuführen.

We’re all in one boat

Als wir am Morgen mögliche Themen für die bevorstehenden Diskussionssessions sammelten, zeichnete sich ein klarer Gesprächsbedarf ab: Das Arbeiten in veränderten Büroumfeldern und der Transfer des New Normal in die unterschiedlichen Lebensrealitäten. In den sechs Sessions ging es unter anderem um Krisenkommunikation, Mitarbeitendenzusammenhalt und die omnipräsente Herausforderung des Home Office. Für die aktuelle Gegenwart kristallisierten sich einige Kernfragen heraus: 

• Wie erhalten wir zwischenmenschliche Nähe in der Distanz aufrecht?
• Wie gehen wir auf die individuellen Lebenssituationen ein?
• Wie funktioniert Vertrauen und Verbindlichkeit ohne den Druck von zu viel Kontrolle?
• Wie beleben wir den Kontakt zwischen den Mitarbeitenden und Geschäftsführung und schaffen ein Miteinander?

New Normal statt Back to Normal

In den einzelnen Sessions ergaben sich gemeinsame Leitgedanken. Eine gezielte offene Kommunikation und fokussierte Planung von Arbeits- und Meetingressourcen waren prägende Lösungsansätze. Wo Berufs- und Arbeitswelt verschwimmen und die Feinheiten der Stimmung jedes und jeder Einzelnen übersehen zu werden drohen, steht der aktive Zusammenhalt hoch im Kurs. Um die positiven Seiten der Veränderungen dauerhaft zu adaptieren, müssen die Herausforderungen weitestgehend aus dem Weg geräumt werden. Die Teilnehmenden stellten sich zukunftsgerichtet branchenübergreifend ähnliche Fragen:

• Welche Learnings können wir bereits teilen und fest in unsere Unternehmenskultur übernehmen?
• Wie gestalten wir gewohnte Prozesse auch auf Distanz erfolgreich und dauerhaft weiter?
• Und welche benötigen unbedingt eine direkte Zusammenkunft?
• Wo muss sich Führung weiterentwickeln oder gibt es schon das „neue“ Führungskonzept?
• Wie motivieren wir Mitarbeitende ins analoge Büro zurückzukehren?

In den Gesprächsrunden ließ sich die Grundeinstellung heraushören, dass der Fokus nicht darauf liegen darf, dass endlich wieder alles beim Alten sein soll. Aus dem New Normal wird Common Normal werden müssen, um Veränderungen in allen Ebenen authentisch zu manifestieren. Dazu sind kreative Lösungen erforderlich, die vor allem konservative oder sicherheitsliebende Kolleg*innen nicht überfordern. Vermeintlich lustige Challenges á la „Wer hat den lustigsten Zoom-Hintergrund“ oder „Schickt doch mal ein Foto rüber“ schafft nicht für alle die notwendige Atmosphäre von Zusammenhalt und Teamstimmung. Und nicht jede*r ist schon bereit anzuerkennen, dass viele Veränderungen nicht nur vorübergehend integriert werden. Die wohl größte Herausforderung von Führungskräften und HR scheint es, individuelle Wege der Sensibilität von Sprache und Anforderung zu schaffen. Während sich einige durch einen Fragebogen und das wöchentliche Meeting gesehen fühlen, wünschen sich andere mehr one-on-one Personalgespräche und persönliche Betreuung. Wo fängt Eigenverantwortung an und wo hört Führungsverantwortung auf?

Viele Stimmen – eine Melodie

Die Stimmen des digitalen HR BarCamps waren vielfältig und doch fanden sie im Großteil eine gemeinsame Melodie: Wenige Herausforderungen dieses Jahres sind in der Krise entstanden. Nein, es wird den Problemen die Deckung genommen, die bereits vorher bestanden. Und gerade darum ist das Finden der simplen Lösungen so anspruchsvoll. 

Man kann nicht nicht kommunizieren. Genau wie man nicht kein Empolyer Branding betreiben kann. In einer Zeit, die Verborgenes greifbar macht, können sichtbare Reaktionen den entscheidenden Unterschied machen. Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass etwaiges (Nicht-)Handeln intern wie extern live auf Sendung geht. Die Wirkung der Arbeitgebermarke überträgt sich stärker als selten zuvor. Im Optimalfall geschieht dies gezielt und positiv. In einer Geschichte gibt es einen Anfang, ein Ende und ganz wichtig eine Transformation der Beteiligten. In der Transformation liegt die Magie der Geschichte. Genau hier befinden wir uns gerade in der Krisenzeit – in der Veränderung. Macht euch den Augenblick zu Nutze, um in einer wertschaffenden Kampagne Intern und Extern zu begeistern.

 

Autorin: Susanne Bartels

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