Kommunikation öffnen durch aktives Zuhören

Wer sich mit Kommunikation beschäftigt, kommt um die grundlegende Idee nicht umhin: Es geht um die Übertragung von Informationen zwischen Sender*in und Empfänger*in. Ob die ausgesendete Nachricht die gleiche ist, wie die empfangene, bleibt oft solange im Verborgenen bis Annahmen aufeinanderprallen. Wer nach einem Besuch im Frisiersalon schon einmal fassungslos vor dem heimischen Spiegel stand, weiß genau, was gemeint ist. Doch wie stelle ich sicher, dass ich verstehe, was mein Gegenüber wirklich meint und andersherum?

Empathie – Wie gelingt der Perspektivwechsel?

Die Bereitschaft und Fähigkeit sich in den Blickwinkel anderer hineinzuversetzen – Empathie. Sie hilft uns, sich auf andere Menschen einzulassen und strebt ein gegenseitiges Verstehen an. Wenn wir nun das Thema Zuhören betrachten, liegt hier der Schlüssel volle Aufmerksamkeit und somit Wertschätzung zu vermitteln. Auf nonverbaler Ebene spürt unser*e Gesprächspartner*in durch Signale wie Blickkontakt oder Mimik, ob wir aktiv zuhören oder in Gedanken schon unsere eigene Antwort zurechtlegen. 

Klärung – Habe ich dich richtig verstanden? 

Ein Feedback auf das Gesagte erhöht die sachliche und emotionale Qualität des Gesprächs. Hier ergibt sich die Möglichkeit nachzuhaken, ob das Gehörte auch das ist, was die Person gegenüber wirklich meint, um die Intention des Gesprächs zu verstehen. Nehmen wir einen Beispielsatz: „Ich weiß nicht, ob ich die zweite Folie zum Projekt im Meeting morgen noch einfügen soll oder ob es dann zu viel wird.“

Hier stellt sich die Frage: Möchte meine Kollegin gerade einen Tipp für ihre Fragestellung? Oder möchte sie ausschließlich gehört werden und ihre Gedanken formulieren? 

 

Wie lässt sich diese Frage beantworten?

Die erste Möglichkeit ist es, das Gesagte zu wiederholen und dadurch Anstoß zur näheren Erklärung zu geben. In unserem Beispiel könnte die Wiederholung auf einer sachlichen Ebene so aussehen: „Ich merke, dass du überlegst, wie lang oder kurz die Präsentation sein soll.“ Somit merkt die Person gegenüber, dass du zugehört hast und sie verstehen möchtest. Ein vertrauensvolleres Gefühl kann entstehen. Die Kollegin kann sicher sein, dass ankommt, was sie wirklich meint. Außerdem wird die Wirkung der eigenen Worte anders wahrnehmbar, wenn jemand anders sie ausspricht. 

Wie sieht nun die Öffnung der Kommunikation aus?

Wenn du einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst du das Wiederholen des Gesagten durch die emotionale Ebene erweitern. Durch das Spiegeln der Gefühle kann das Gespräch weiterhin an Qualität gewinnen. „Ich merke, dass du dir unsicher bist, wie lang die Präsentation sein soll.“ Oder „Bist du verärgert, dass du nicht weißt, wie lang oder kurz du die Präsentation halten sollst?“ Du gibst der anderen Person die Möglichkeit, über die eigenen Gefühle nachzudenken und dich zu korrigieren oder dir zuzustimmen. „Nein, nein ich bin mir nicht unsicher, ich bin frustriert, dass ich keine klaren Angaben bekomme, wie lang oder kurz die Präsentation sein soll.“ Schon wird eine Facette des Unternehmens sichtbar und eine wichtige Erkenntnis ist gewonnen. Es gibt eine organisatorische Schwäche in der Vorbereitung des Meetings. Ab diesem Zeitpunkt können Lösungen gesucht werden, um Frustration im Unternehmen abzubauen. 

Im Rahmen unserer Herangehensweise spielt das aktive Zuhören eine wichtige Rolle. Jedes Interview, das wir führen lebt von Empathie, dem hineinversetzen in die Realität des/der Anderen. Dadurch schaffen wir es Kommunikation zu öffnen und das nicht nur im Interview selbst, sondern auch in Bezug auf die gesamte Organisation. Teams können nach Projekten mit uns anders in Kommunikation treten, weil sie ihre eigene Rolle im Unternehmen so deutlich spüren durften und erfahren haben, wie es ist wahrhaftig gehört zu werden. 

 

 

Autorin: Sandra Hofmann

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